Pflegeanleitung für Holzbretter – richtig reinigen, ölen und pflegen
Als Naturprodukt denkt man schnell, dass Holz keine Pflege braucht — im Wald wachse ich ja auch von ganz alleine. Eigentlich richtig. Nur bin ich kein Baum mehr, der sich Nährstoffe aus Wurzeln, Erde, Sonne und Luft holen kann. Jetzt brauche ich dich dazu. Keine Sorge: Ich bin pflegeleicht, und es dauert nicht lange. Versprochen.
Holzbrett reinigen — immer auf beiden Seiten
Wische mich nur feucht ab, und zwar immer auf beiden Seiten. Wenn du mich nur auf einer Seite nass machst, quillt diese Seite auf und die andere nicht — dann verziehe ich mich. Ab und an vertrage ich auch ein bisschen Spülmittel.
Leg mich bitte nie ins Wasser und stell mich nach dem Reinigen senkrecht oder auf ein Gitter, damit ich von allen Seiten trocknen kann. Flach liegend trocknet nur die obere Seite. Und bitte nicht auf die Heizung — dort verforme ich mich besonders gerne.
Schneidebrett ölen — womit und wie oft
Am liebsten habe ich es, wenn du mich ab und an mit Leinöl und einem Baumwolltuch einreibst. Bitte kein Mikrofasertuch, das nimmt mir immer so viel Öl wieder weg. Öl einziehen lassen, Überschuss abwischen — fertig. So bleibe ich schön und meine Holzoptik frisch.
Wann ist es wieder so weit? Ein guter Anhaltspunkt: Sobald meine Oberfläche stumpf wirkt oder Wasser nicht mehr abperlt, sondern einzieht.
Geölt oder naturbelassen — was habe ich bekommen?
Das steht bei jedem Artikel im Merkmal „Artikel geölt?". Der Unterschied entscheidet, was du direkt nach dem Auspacken tun solltest.
Buche und Kernbuche nehmen Feuchtigkeit bereitwilliger auf als Ahorn. Wenn du eines dieser Bretter hast, öle mich lieber etwas häufiger nach.
Gerüche entfernen
Hast du intensiv riechende Lebensmittel auf mir geschnitten — Knoblauch, Zwiebeln und Ähnliches —, wasch mich am besten gleich ab.
Gegen hartnäckige Gerüche hilft Natron: einreiben, kurz einwirken lassen, abwaschen und wieder gut trocknen lassen.
Verfärbungen entfernen
Falls ich mal verfärbt bin: grobes Salz auf mir verteilen und mit einer halbierten Zitrone darüber reiben. Das zieht die Farbe heraus.
Danach bitte nicht vergessen, mich wieder einzuölen — damit sich meine Poren schließen können.
Rillen im Holzbrett — abschleifen oder behalten?
Wenn ich mit der Zeit Messerspuren bekomme, kannst du mich abschleifen und danach neu einölen. Musst du aber nicht. Die Rillen zeigen nur, dass ich deine Messer schone und du mich gerne benutzt.
Häufige Fragen
Welches Öl ist für Holzbretter geeignet?
Wir verwenden pures Leinöl ohne Trockenstoffe. Auch geeignet sind andere lebensmittelechte Hartöle. Speiseöle wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl solltest du meiden — die härten nicht aus und können mit der Zeit ranzig werden.
Wie oft muss ich mein Schneidebrett ölen?
Es gibt kein festes Intervall — es hängt davon ab, wie oft du mich benutzt und wäschst. Der beste Indikator ist die Oberfläche selbst: Wenn sie stumpf aussieht oder Wasser einzieht statt abzuperlen, ist es Zeit.
Warum darf ein Holzbrett nicht in die Spülmaschine?
In der Spülmaschine treffen lange Nässe und hohe Temperatur zusammen. Das Holz quillt stark auf und trocknet danach ungleichmäßig — die Oberfläche wird rau und das Brett verzieht sich. Von Hand gewaschen halte ich viele Jahre.
Mein Brett hat sich leicht verzogen — was tun?
Holz ist ein Naturmaterial und arbeitet, das lässt sich nie ganz ausschließen. Meist steckt einseitiges Nässen oder Trocknen dahinter. Öle beide Seiten gleichmäßig ein und lass mich senkrecht stehend durchtrocknen. Häufig gibt sich das wieder.
Ich glaube, je mehr Zeit wir zusammen verbringen, desto besser wirst du merken, was gerade das Beste für mich ist.
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